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Kündigungsbutton (§ 312k BGB) / Ratgeber

Kündigungsbutton für Shopify: Anleitung nach § 312k BGB

Verkaufen Sie mit Shopify laufende Verträge an Verbraucher in Deutschland? Diese Anleitung zeigt den öffentlichen Kündigungsweg nach § 312k BGB und die technische Umsetzung von Hand.

Wer braucht den Button?

§ 312k BGB betrifft Unternehmer, die Verbrauchern online entgeltliche Dauerschuldverhältnisse anbieten: etwa Mitgliedschaften, Software-Abos oder regelmäßig gelieferte Abo-Boxen. Entscheidend ist der Vertrag, nicht das Shopsystem. Ein gewöhnlicher Einmalkauf fällt nicht darunter. Ausgenommen sind insbesondere Finanzdienstleistungen und Verträge mit gesetzlich ausschließlich strengerer Kündigungsform als Textform.

Gesetz und aktueller BGH-Stand

Der gut lesbare Button „Verträge hier kündigen“ oder eine gleich eindeutige Formulierung führt unmittelbar zur Bestätigungsseite. Beide Schaltflächen und die Seite müssen ständig verfügbar, unmittelbar und leicht zugänglich sein. Dort müssen Kunden Kündigungsart, bei außerordentlicher Kündigung den Grund, identifizierende Angaben, den Vertrag, den gewünschten Beendigungszeitpunkt und eine Adresse für die schnelle elektronische Bestätigung angeben können. Der abschließende Button heißt „jetzt kündigen“ oder entsprechend eindeutig.

Nach dem Absenden muss die Erklärung mit Datum und Uhrzeit auf einem dauerhaften Datenträger speicherbar sein. Bestätigen Sie sofort elektronisch in Textform, beispielsweise per E-Mail: Inhalt, Datum und Uhrzeit des Zugangs sowie den Beendigungszeitpunkt. Ohne Datumsangabe gilt im Zweifel der frühestmögliche Zeitpunkt. Ein fehlender gesetzlicher Kündigungsweg kann eine Kündigung ohne Frist ermöglichen.

Der BGH entschied am 16. Juli 2026 in I ZR 200/25: Auf die Bestätigungsseite gehören keine Halteangebote, Pausieren-Buttons oder zusätzlichen Werbeinhalte. Die Login-Verfahren I ZR 272/25 und I ZR 275/25 wurden am 5. November 2026 verhandelt; die Entscheidung steht noch aus. Planen Sie einen Weg ohne Passwortpflicht.

Shopify: Umsetzung von Hand

  • Erstellen Sie unter Onlineshop > Seiten zunächst eine öffentliche Informationsseite. Für die eigentliche Verarbeitung benötigen Sie einen eigenen HTTPS-Backenddienst; Liquid kann keine Erklärung dauerhaft speichern oder Bestätigungen versenden. Eine eigene Shopify-App kann das Formular über einen App-Proxy etwa unter /apps/kuendigen bereitstellen. Liefern Sie dort schlichtes HTML ohne Theme-Werbung aus.
  • Fügen Sie im Admin unter Inhalte > Menüs dem Footer-Menü einen Eintrag mit der vollständigen Formularadresse hinzu. Wählen Sie dieses Menü im Footer des Theme-Editors aus. Falls das Theme keinen Menüblock anbietet, ergänzen Sie einen Link im eigenen Footer-Abschnitt. Prüfen Sie nach jedem Themewechsel die veröffentlichte Version.
  • Ihr Backend prüft App-Proxy-Signaturen und Formulareingaben, speichert die Erklärung mit Eingangszeit und versendet sofort über einen Transaktionsmaildienst die Kundenbestätigung und Händlernachricht. Die normale Shopify-Kontaktformular-Mail an den Shop genügt dafür nicht. Halten Sie den Kündigungsweg unabhängig vom Login und vom Kundenportal Ihrer Abo-App.

Vor Veröffentlichung testen

Schützen Sie die Verarbeitung gegen doppelte Übermittlung, ohne eine Anmeldung zu erzwingen. Zeigen Sie einen herunterladbaren oder druckbaren Beleg mit Erklärung und Eingangszeit; speichern Sie keine sensiblen Formulardaten in öffentlichen URLs. Prüfen Sie abgemeldet auf dem Handy den gesamten Weg und die Bestätigung im Postfach. Kontrollieren Sie nach Theme-Updates, ob der Footer-Link noch existiert. Deaktivieren Sie Retention-Popups auf der Bestätigungsseite und prüfen Sie Cache, Cookie-Banner und Wartungsmodus. Bearbeiten Sie die eingegangene Erklärung anschließend im tatsächlichen Abosystem; das Formular stoppt keine Abbuchungen von selbst.

Quellen

Gesetz und Pressemitteilungen des BGH; Stand 6. November 2026. Kein Rechtsrat.